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Wiener Linien Nostalgiekalender 2027

13 Motive voller Erinnerungen


Bitte einsteigen zur nostalgischen Zeitreise! Der Kalender zeigt auf 13 Bildern (Titelbild und 12 Monate) historische Motive der Wiener Straßenbahnlinien mit Buchstabenbezeichnungen – von legendären Garnituren bis zu stimmungsvollen Alltagsszenen vergangener Jahrzehnte. Jedes Motiv wird von interessanten Hintergrundinfos und unterhaltsamen „Funfacts“ begleitet. Die Bilder sind in hoher Druckqualität erhältlich als Wandkalender, Stehkalender sowie einem Postkarten-Set. Ein Must-have für alle, die Wien am liebsten auf Schienen erkunden – gestern wie heute!

Titelseite

Bild: Linien D, EK, J, N und 65. Karlsplatz – Wiener Staatsoper, 1912

Wo heute Ampeln den Verkehr regeln, brauchte es einst vor allem Mut und Aufmerksamkeit. Vor der Wiener Staatsoper befand sich schon um 1900 einer der geschäftigsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt. So lebendig war das Treiben, dass die Brüder Lumière hier bereits 1896 einen Film über das moderne Wien drehten.

An kaum einem Ort zeigte sich der Wandel des Verkehrs deutlicher: Elektrische Straßenbahnen prägten bereits das Stadtbild, während Fiaker und Pferdegespanne noch zum Alltag gehörten. Gleichzeitig tauchten die ersten Automobile auf. Für einige Jahre begegneten sich damit gleich drei Verkehrsepochen auf derselben Kreuzung. Besonders herausfordernd war die Situation für Fußgänger. Schutzwege gab es noch nicht, und wer die Straße überqueren wollte, musste selbst eine Lücke im Verkehr finden. Obwohl Wien 1914 nur rund 4.000 Autos zählte, klagte man bereits darüber, die Stadt „ersticke im Verkehr“.

Über dem Geschehen erhoben sich die berühmten Pegasus-Figuren der Staatsoper – geflügelte Pferde, die fast symbolisch über den Verkehr wachten. Erst 1926 erhielt die Opernkreuzung ihre erste Verkehrsampel. Sie wurde noch von Hand bedient und leitete eine neue Ära der Verkehrsregelung ein.

Jänner

Bild: Dresdner Straße, Haltestelle Traisengasse, 1987

Wenn in Wien selbst die Straßenbahn ins Rutschen kam, wusste man: Der Winter hatte die Stadt fest im Griff. Bei Temperaturen von bis zu minus 21 Grad kämpften Fahrgäste und Verkehrsbetriebe gleichermaßen gegen Schnee, Eis und Kälte. Auf der Linie N musste der Betrieb zeitweise eingeschränkt werden, die Züge konnten ihre Strecke nicht mehr vollständig befahren und endeten vorzeitig an der Matthäusschleife.

Solche Wetterextreme stellten den öffentlichen Verkehr vor enorme Herausforderungen. Vereiste Gleise, Schneeverwehungen und die eisige Kälte belasteten Fahrzeuge und Infrastruktur. Dennoch versuchten die Wiener Verkehrsbetriebe, den Betrieb so gut wie möglich aufrechtzuerhalten – oft unter schwierigen Bedingungen und mit viel Einsatz des Personals.

Das Bild erzählt aber nicht nur von einem außergewöhnlichen Winter, sondern auch vom Straßenbild der 1980er-Jahre. Neben der Straßenbahn ist ein Volkswagen Golf I zu sehen, jenes Modell, das zu einem der erfolgreichsten Autos Europas wurde. Entworfen wurde es vom italienischen Stardesigner Giorgetto Giugiaro, der später auch den legendären DeLorean aus dem Film „Zurück in die Zukunft“ gestaltete. Weniger bekannt ist, dass sein Designstudio sogar an einzelnen Projekten für Busse und Schienenfahrzeuge mitwirkte.

Februar

Bild: Ecke Ring, Wollzeile und Weiskirchnerstraße, 1958

Hier kreuzten sich nicht nur Straßenbahnlinien, sondern auch Jahrhunderte Wiener Geschichte. Rund um das Hauptzollamt entstand einer der wichtigsten Verkehrsknoten Wiens. Bereits seit 1899 verband die Wiener Stadtbahn diesen Bereich mit anderen Stadtteilen und machte das Viertel zu einem pulsierenden Mittelpunkt des städtischen Lebens.

Das markante Gebäude im Hintergrund war 1958 Teil der Zentralmarkthalle und des Hauptzollamtskomplexes. Über Jahrzehnte prägte es das Stadtbild und lag direkt neben den Gleisanlagen von Stadtbahn und Straßenbahn. Anfang der 1970er-Jahre wurde der historische Gebäudekomplex abgetragen. An seiner Stelle entstanden das moderne Verkehrszentrum Wien Mitte/Landstraße und das 1975 eröffnete Hilton Vienna Park Hotel.

Doch die Geschichte dieses Ortes reicht noch weiter zurück: Bereits 1461 wurde hier ein entscheidendes Kapitel der Wiener Stadtgeschichte geschrieben. Nach dem Sieg der Truppen Kaiser Friedrichs III. gegen die Belagerer seines Bruders Albrecht VI. erhielt Wien als Zeichen der Dankbarkeit das Recht, den Doppeladler im Stadtwappen zu führen. Die Aufnahme zeigt damit weit mehr als eine Straßenbahnszene – sie erzählt von einem Ort, an dem Verkehr, Stadtentwicklung und Geschichte seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden sind.

März

Bild: Hotel Continental, Praterstraße, Schwedenbrücke, um 1912

Vom Fiaker zur Straßenbahn – in Wien begann die Verkehrswende schon vor mehr als 100 Jahren. Während das berühmte „Wiener Fiakerlied“ noch von rasanten Kutschfahrten erzählt, prägten um 1912 längst elektrische Straßenbahnen und die Wiener Stadtbahn das Stadtbild. Täglich brachten sie Tausende Fahrgäste zwischen den Außenbezirken und dem Zentrum ans Ziel und machten Wien zu einer der modernsten Verkehrsstädte Europas.

Ein wichtiger Treffpunkt an einer stark frequentierten Verkehrsroute war das „Goldene Lamm“ in der Leopoldstadt. Der traditionsreiche Gasthof, der bereits seit 1635 bekannt ist, diente über Jahrhunderte als Rastplatz für Reisende. Wo viele Menschen unterwegs sind, entstehen jedoch auch Probleme – und so beschäftigte die Verkehrsregelung die Stadt schon damals. Bereits 1755 wurde eine der ersten bekannten Verordnungen gegen zu schnelles Fahren erlassen. Die Militärwache überwachte den Verkehr, regelte ihn mit Handzeichen und durfte später sogar Fahrzeuge anhalten.

Auch manches Problem von heute ist älter als gedacht: Selbst Fahrerflucht war bereits ein Thema. Die Einführung von Fahrzeugnummern sollte helfen, Verkehrssünder leichter zu identifizieren. Mit der Gründung der Wiener Sicherheitswache im Jahr 1869 wurden die Verkehrsaufgaben weiter ausgebaut.

April

Bild: Großbaustelle Praterstern, Ausstellungsstraße, 1955

Ein Griff aus dem Fenster genügte – und die Straßenbahn stellte ihre Weiche selbst. Was heute kaum vorstellbar ist, gehörte einst zum Wiener Straßenbahnalltag. Neben dem Fahrerfenster war eine lange Weichekrücke angebracht, mit der der Fahrer die Weiche von Hand umstellen konnte, ohne das Fahrzeug verlassen zu müssen.

Der Nordbahnhof war einst der bedeutendste Bahnhof der Habsburgermonarchie. Von hier aus verband die Kaiser Ferdinands-Nordbahn Wien mit den großen Städten des Reiches. Der zwischen 1859 und 1865 errichtete Bahnhof zählte zu den prachtvollsten Verkehrsbauten seiner Zeit und war ein zentraler Knotenpunkt für Personen- und Güterverkehr. Rund um den Bahnhof herrschte reges Treiben: Straßenbahnen, Stadtbahn und Fernzüge brachten täglich Arbeiter, Reisende und Besucher in die wachsende Metropole. So trafen hier Nah- und Fernverkehr aufeinander und machten den Nordbahnhof zu einem der wichtigsten Verkehrszentren Wiens.

Heute ist von dem einst imposanten Bauwerk kaum noch etwas erhalten. Auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände entstand das moderne Nordbahnviertel mit der „Freien Mitte“ – einem großzügigen Natur- und Erholungsraum. Doch die Geschichte des Ortes erinnert bis heute daran, wie eng die Entwicklung Wiens mit dem öffentlichen Verkehr verbunden war.

Mai

Bild: Karlsplatz, 1930er Jahre

Rund um den Karlsplatz zeigte sich Wien als Stadt im Wandel. Straßenbahnen prägten bereits den Alltag und machten den Bereich zu einem der wichtigsten Verkehrsknoten der Stadt. Täglich strömten hier Fahrgäste aus allen Richtungen zusammen, während sich auf den Straßen noch unterschiedlichste Verkehrsmittel begegneten – von traditionellen Fuhrwerken bis zu den ersten Lastkraftwagen.

Die Aufnahme dokumentiert diese spannende Übergangszeit. Neben den Straßenbahnen, die das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs bildeten, hielten zunehmend motorisierte Fahrzeuge Einzug in den Stadtverkehr. Unternehmen wie die Vereinigten Brauereien setzten bereits auf Lastwagen und eigene Eisenbahnwaggons, wodurch der Warenverkehr effizienter und schneller wurde. Der öffentliche Verkehr und die zunehmende Motorisierung veränderten gemeinsam das Gesicht der Stadt.

Im Hintergrund ist das Brahms-Denkmal im Resselpark zu erkennen. Die monumentale Gedenkstätte für den Komponisten Johannes Brahms wurde 1908 enthüllt und gehörte lange zum vertrauten Bild des Karlsplatzes. Erst der Bau der U-Bahn in den 1970er-Jahren brachte eine grundlegende Neugestaltung des gesamten Areals mit sich.

Juni

Bild: Schwedenbrücke, 1958

Erst kam die Straßenbahn, dann das Auto – und plötzlich wurde das Überqueren der Straße zur Herausforderung. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Verkehr in Wien rasant zu. Immer mehr Autos und Lastwagen teilten sich die Fahrbahn mit Straßenbahnen, während Fußgänger ihren Platz im dichten Verkehr neu behaupten mussten. Eine einfache, aber wirkungsvolle Lösung kam aus Großbritannien: der Zebrastreifen. Wien zog nach und erhielt 1954 auf der Mariahilfer Straße seinen ersten Schutzweg. Damit reagierte die Stadt auf die Anforderungen einer modernen Verkehrswelt, in der öffentlicher Verkehr, Individualverkehr und Fußgänger immer enger zusammenrückten. Kaum vorstellbar aus heutiger Sicht: Für Motorrad- und Mopedfahrer wurde das Tragen eines Helms in Österreich erst 1985 verpflichtend.

Im Hintergrund der Aufnahme steht ein elegantes Wohnhaus aus dem Jahr 1912. Der nach Plänen des Architekten Jakob Reitzer errichtete Bau vereint neobarocke und sezessionistische Elemente und erinnert an die große Wiener Bauzeit vor dem Ersten Weltkrieg.

So erzählt die Aufnahme von einer Stadt im Wandel: von neuen Verkehrsregeln, wachsender Mobilität und dem ständigen Bemühen, das Zusammenleben von Straßenbahn, Fahrzeugen und Fußgängern sicher zu gestalten.

Juli

Bild: Schmerlingplatz 11 (Justizpalast), 1950er Jahre

Wer mit der Straßenbahn am Justizpalast vorbeifuhr, kam an einem Bauwerk nicht vorbei, das schon von weitem Respekt einflößte. Zwischen Ringstraße, Gleisen und dichtem Stadtverkehr erhob sich eines der prächtigsten Gebäude der Ringstraßenzeit – ein täglicher Orientierungspunkt für Tausende Fahrgäste. Im Inneren des Justizpalasts befindet sich die monumentale Marmorskulptur der Justitia von Emanuel Pendl. Bemerkenswert ist ihr unverhüllter Blick: Anders als viele heutige Darstellungen trägt sie keine Augenbinde. In der Antike galt gutes Sehen als Voraussetzung für gerechtes Urteilen. Erst Jahrhunderte später wurde die Augenbinde zum Symbol der Unparteilichkeit.

Zum Alltag rund um den Justizpalast gehörten auch die zahlreichen Trafiken entlang der Straßenbahnlinien. Der Begriff leitet sich vom italienischen traffico ab und steht in Österreich seit dem 18. Jahrhundert für lizenzierte Tabakverkaufsstellen. Viele Fahrgäste nutzten den kurzen Weg zwischen Haltestelle und Arbeitsplatz für einen raschen Einkauf von Zeitungen, Tabakwaren oder Fahrkarten.

So erzählt die Aufnahme nicht nur von einem beeindruckenden Gebäude, sondern auch vom pulsierenden Stadtleben entlang der Wiener Straßenbahnstrecken. Zwischen Justizpalast, Ringstraße und Trafik zeigte sich Tag für Tag, wie eng öffentlicher Verkehr und urbaner Alltag miteinander verbunden waren.

August

Bild: Tegetthoff‑Denkmal am Praterstern, 1974

Wo heute die U-Bahn das Bild prägt, bestimmten einst Straßenbahnen und Busse das Geschehen am Praterstern. Die Aufnahme zeigt die Straßenbahnlinie BK vor dem Tegetthoff-Denkmal – mitten in einem der wichtigsten Verkehrsknoten Wiens.

Neben der Straßenbahn ist ein besonderer Kleinbus aus dem Jahr 1972 zu sehen. Das auf einem Mercedes-Benz-Fahrgestell aufgebaute Fahrzeug bot mit Klimaanlage, Doppelverglasung und komfortabler Ausstattung für damalige Verhältnisse erstaunlich hohen Reisekomfort. Entworfen wurde es von Ernst Auwärter, einem der bedeutendsten Omnibuskonstrukteure Europas. Seine innovativen Ideen legten den Grundstein für die spätere Marke NEOPLAN, die weltweit für moderne Reisebusse bekannt wurde.

Der Praterstern birgt jedoch nicht nur Verkehrsgeschichte an der Oberfläche. Bei Umbauarbeiten im Jahr 2008 wurden unter dem Sockel des Tegetthoff-Denkmals überraschend bislang unbekannte, tonnengewölbte Hohlräume entdeckt. Die rund 2,30 Meter hohen Räume erinnern daran, dass sich an diesem traditionsreichen Verkehrsknotenpunkt nicht nur über, sondern auch unter der Erde spannende Geschichten verbergen.

September

Bild: Rustenschacherallee im Bereich der Rotundenbrücke, 1925

Knarrende Pferdetramways, holprige Holzfahrbahnen und Ausflügler auf dem Weg in den Prater – die Rotundebrücke gehörte einst zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen Wiens. Sie wurde 1871/72 als Nachfolgerin der Sophienbrücke errichtet und von den Witkowitzer Eisenwerken gebaut. Ihre Fahrbahn bestand aus Eichenholzstöckeln mit teervergossenen Fugen – für die damalige Zeit eine moderne Konstruktion.

Ab 1873 nutzte auch die Pferdetramway die Brücke und machte sie zu einem wichtigen Bestandteil des öffentlichen Verkehrs. Doch der Erfolg hatte seinen Preis: Schon bald zeigte sich, dass die Brücke den steigenden Belastungen nur bedingt gewachsen war. Das Gewicht der Fahrzeuge musste deshalb eingeschränkt werden. Ein geplanter Neubau scheiterte 1914 an Krieg und Geldmangel. Stattdessen erhielt die Brücke ihren bis heute bekannten Namen nach der nahegelegenen Rotunde. Umfangreiche Reparaturen im Jahr 1927 sicherten schließlich den weiteren Betrieb.

Nicht nur der Verkehr prägte die Brücke: Seit 1904 befand sich oberhalb ein beliebtes städtisches Strombad. Gleichzeitig machten Hochwässer der Konstruktion immer wieder zu schaffen. Sie wurde mehrfach beschädigt und erneuert – ein ständiger Kampf zwischen Mobilität und Naturgewalten.

Oktober

Bild: Urania, Julius Raab Platz, Aspernbrücke, 1930er Jahre

Von der Donau in die Urania – Wiens Verkehrswege brachten nicht nur Menschen von A nach B, sondern auch Kultur und Unterhaltung zu Generationen von Wiener Kindern. Straßenbahnen, Busse und später die Stadtbahn machten Ausflüge in die Stadt bequem und prägten den Alltag der wachsenden Metropole.

Eine wichtige Verbindung war die Aspernbrücke, die seit 1864 den Donau Kanal überquerte. Täglich nutzten sie Fußgänger, Fuhrwerke und später auch die öffentlichen Verkehrsmittel. Die Brücke war reich geschmückt: Auf ihren Pfeilern standen Figuren, die Krieg, Frieden, Ruhm und Wohlstand symbolisierten, bewacht von vier steinernen Löwen. Als die alte Brücke 1913 abgetragen wurde, gingen die Figuren verloren. Die Löwen jedoch blieben erhalten und fanden an anderen Orten ein neues Zuhause.

Nur wenige Jahrzehnte später machten sich viele Wiener Kinder mit Straßenbahn oder Bus auf den Weg zur Urania. Dort begeisterten Hans und Marianne Kraus mit ihrem Puppentheater die jungen Besucher. Aus kleinen Aufführungen entstand das berühmte Wiener Urania Puppentheater, das bereits Mitte der 1950er-Jahre rund 200.000 Besucher jährlich anzog. Die Abenteuer von Kasperl und Pezi eroberten ab 1953 das Radio und ab 1957 auch das Fernsehen. Bis heute gilt das Wiener Kasperltheater als die älteste Kindersendung der Welt.

November

Bild: Praterstraße, 1937

Auch der Prater verdankt einen großen Teil seiner Verkehrsinfrastruktur der Wiener Weltausstellung von 1873. Für das Großereignis entstanden zahlreiche neue Gleisanlagen und Strecken, die Besucherinnen und Besucher bequem zum Ausstellungsgelände brachten. Mittelpunkt war die berühmte Rotunde – damals eines der beeindruckendsten Bauwerke der Welt. Über Jahrzehnte hinweg zog sie Menschen aus aller Welt an und war ein bedeutender Veranstaltungsort.

Im Jahr 1937 wurde die imposante Konstruktion jedoch durch einen verheerenden Brand vollständig zerstört. Mit der Rotunde verlor Wien nicht nur ein architektonisches Wahrzeichen, sondern auch einen bedeutenden Ort für Kultur, Begegnung und internationale Veranstaltungen. Die Verkehrsverbindungen, die rund um die Weltausstellung geschaffen wurden, blieben jedoch bestehen und prägen den öffentlichen Verkehr im Prater bis heute.

Ein weiteres charakteristisches Bild des historischen Wien waren die berühmten Blumenkörbe an den Beleuchtungsmasten. Sie sorgten tagsüber für Farbe und Atmosphäre, während die Laternen nachts die Straßen erhellten. Erstmals wurden die Blumenkörbe 1905 entlang der Ringstraße und am Schwarzenbergplatz angebracht. Die Idee kam bei der Wiener Bevölkerung so gut an, dass die Blumenkörbe dauerhaft Teil des Stadtbildes wurden. Bis 1926 schmückten bereits 83 dieser blühenden Wahrzeichen die Stadt und machten Wien neben Barcelona zu einer der wenigen europäischen Metropolen mit dieser besonderen Tradition.

Dezember

Bild: Ringstraße, Burgring, Höhe Volksgarten, 1980er Jahre

Vom Schutzwall zur Verkehrsader: Bis 1857 war das Wiener Zentrum von einer gewaltigen, als unbezwingbar geltenden Stadtmauer und dem breiten Glacis umgeben. Mit dem kaiserlichen Handschreiben „Es ist mein Wille“ ordnete Franz Joseph I. den Abbruch der Befestigungsanlagen an. An ihrer Stelle entstand die Ringstraße – und damit auch der Burgring, der sich später zu einer wichtigen Verkehrsachse der Stadt entwickelte.

Besonders prägend war die Straßenbahn: Auf zwei Gleisen in der Straßenmitte fuhren die Züge in entgegengesetzten Richtungen und transportierten täglich Tausende Fahrgäste durch das Stadtzentrum. So begegneten sich auf dem Burgring öffentlicher Verkehr, Fuhrwerke, später Autos und Busse auf engstem Raum – ein lebendiges Bild der wachsenden Großstadt.

Der Burgring war zugleich Schauplatz großer kaiserlicher Pläne. Hier sollte das monumentale Kaiserforum entstehen, das Hofburg und Museen durch gewaltige Torbauten über der Ringstraße verbinden sollte. Verwirklicht wurden jedoch nur Teile des Projekts. Als einziges erhaltenes Tor der früheren Stadtbefestigung erinnert heute das Äußere Burgtor an die Zeit vor dem Bau der Ringstraße.